Fussreflexzonenmassage
Die
Fußreflexzonenmassage geht auf den amerikanischen Arzt Dr. William
Fitzgerald (*1872) zurück, sie wurde von der amerikanischen Masseurin
Eunice Ingham weiter entwickelt. Von ihr stammt auch das grundlegende
Werk "Geschichten, die die Füße erzählen können" (1938). Ende der
Fünfzigerjahre fing Hanne Marquart an, das dort beschriebene Wissen in
der Praxis zu erproben und wurde zur Vorreiterin in der Verbreitung der
Fußreflexzonenmassage in Europa.
Hanne Marquart hat mehrere Bücher über Fußreflexzonentherapie veröffentlicht und eigene Lehrstätten gegründet.
Zahlreiche
Regionen des Fußes stehen in einer besonderen Art von reflektorischer
Beziehung zu bestimmten Körperteilen und Organen.
Die
Fußreflexzonenmassage ist aber nicht als Diagnosewerkzeug geeignet, da
es neben organischen oder funktionellen Erkrankungen und geringfügigen
organischen Belastungen unterschiedliche Ursachen für eine
Auffälligkeit am Fuß geben kann. Auch eine augenblickliche funktionelle
Überbelastung kann deutlich werden, z.B. eine lange Autofahrt kann sich
auf die Augenzone oder eine fette Mahlzeit auf die Leberzone auswirken.
Bei der Fußreflexzonentherapie überprüft der Behandler die Zonen am Fuß auf Auffälligkeiten, die er abhängig davon, ob es sich um Schmerzhaftigkeit oder einen zu hohen oder zu niedrigen Tonus handelt, mit speziellen Grifftechniken behandelt. Die unauffälligen Zonen werden mit der Daumenkuppe in vorwärtsgerichteten kleinen „Schritten“ bearbeitet.
Eine aktuelle Studie zur Fußreflexzonenmassage (FRM) kommt von der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck (Forsch Komplementärmed 1999, 6, 129).
Hier erhielten 16 gesunde Erwachsene eine Fußmassage an genau der Zone,
die gemäß der Reflexzonentheorie den Nieren zugeordnet ist. Eine andere
Gruppe von 16 Probanden wurde zwar auch am Fuß massiert, jedoch an
einer anderen Stelle. Parallel zur Massage und danach wurde mit einem
technisch aufwendigen Verfahren (Doppler-Sonograpie) der Blutdurchfluss
an den Arterien der rechten Niere gemessen. Das Ergebnis: Bei der
korrekt massierten Gruppe war in den Nierenarterien der Blutfluss
deutlich verbessert, bei den an falscher Stelle massierten Testpersonen
änderte sich aber die Nierendurchblutung nicht.
Eine
Fußreflexzonenbehandlung richtet sich aber nicht nur auf ein Organ aus,
es ist eine ganzheitliche Behandlung, die eine allgemeine Entspannung
zur Folge hat. Offenbar lässt sich auch die Psyche per
Fußreflexzonenmassage beeinflussen. So konnten Ärzte der East Carolina
University im amerikanischen Greenville per Fußsohlenmassage die Ängste
von Krebspatienten lindern (Oncol Nurs Forum 1, 2000, 67). Ihr Resümee
fällt eindeutig aus: "FRM ist ein Zugang zur zwischenmenschlichen
Berührung, man kann sie überall durchführen, sie ist unaufwendig und
braucht kein spezielles Zubehör, außerdem beeinträchtigt sie nicht das
Privatleben der Patienten". Das sind allesamt Kriterien, die von
angstlösenden Psychotherapien meistens nicht erfüllt werden.
